Die Erderwärmung und der Klimawandel sind heute unbestreitbare Fakten. Unsere Zeitleiste zum Klimawandel zeigt wie lange ähnliche Phänomen bei Forschung und Wissenschaft schon bekannt ist.
![]() | Eisige AussichtenSchmelzende Gletscher sind eine Auswirkung des Klimawandels - das Phänomen selbst gibt es seit Jahrhunderten (Foto: Shutterstock) |
300 vor Christus
Theophrastus, ein Schüler des griechischen Philosophen Aristoteles, erkennt, dass menschliche Aktivitäten das Klima beeinflussen. Er beobachtet, dass die Entwässerung von Marschland rund um Thessalien dazu führt, dass sich die Umgebung abkühlt. Das Abholzen der Wäldern bei Philippi hingegen sorgt für ein wärmeres Klima.
17. Jahrhundert
Der flämische Wissenschaftler Jan Baptista van Helmont findet heraus, dass beim Verbrennen von Kohle Gase freigesetzt werden, die sich von normaler Atemluft unterscheiden – unter anderem Kohlendioxid.
17. Jahrhundert
Die industrielle Revolution beginnt – und mit ihr ein Anstieg des Verbrauchs fossiler Brennstoffe. 1824 Der Franzose Joseph Fourier vermutet, dass irgendetwas in der Erdatmosphäre dafür verantwortlich ist, dass die Welt wärmer ist, als sie den gängigen Theorien nach sein sollte – ein erster Hinweis auf den Treibhauseffekt.
1837
Der Schweizer Naturalist Luis Agassiz legt Beweise vor, dass die alpinen Gletscher in der Vergangenheiten große Veränderungen durchgemacht haben – er nutzt die Eiszeit als Vergleich und kann so zeigen, dass das Klima nicht immer stabil war.
1860er Jahre
Der irische Wissenschaftler John Tyndall zeigt, dass bestimmte Moleküle wie Wasserdampf und Kohlendioxid Wärme einfangen. Er schreibt, dass diese Veränderungen „für all die Klimamutationen verantwortlich sein könnten, die die Nachforschungen der Geologen derzeit ans Licht bringen.“
1896
Der Schwede Svante Arrhenius ist der erste, der die Rolle des Kohlendioxids bei der Erderwärmung in Zahlen ausdrückt. Später folgert er daraus, dass das Verbrennen von Kohle über die Jahrhunderte zu einem „beachtlichen Anstieg“ des CO2-Gehalts der Atmosphäre führen kann.
1957 – 58
Der US-Wissenschaftler Charles Keeling errichtet CO2-Messstationen am Südpol und auf Mauna Loa, Hawaii. Seine Messwerte verzeichnen bis heute einen stetigen Anstieg.
1965
US-Präsident Lyndon B. Johnson spricht zu seinen Abgeordneten: „Diese Generation hat die Zusammensetzung der Erdatmosphäre weltweit verändert – durch … das ständige Ansteigen des CO2-Levels, resultierend aus der Verbrennung von fossilen Brennstoffen.“
1988
Die britische Premierministerin Margaret Thatcher spricht vor den Vereinten Nationen: „Das Problem des globalen Klimawandels hat Auswirkungen auf jeden von uns. Gegenmaßnahmen sind nur sinnvoll, wenn sie auf internationaler Ebene passieren. Es ist definitiv nicht genug, sich zu zanken, wer dafür verantwortlich ist und warum!“
1988
Die Vereinten Nationen gründen das „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC), um die wissenschaftlich erbrachten Beweise zu bewerten.
1992
Die Spitzenpolitiker einigen sich auf eine unverbindliche Klima-Rahmenkonventionen. Das Papier fordert, dass die Treibhausgasemissionen bis zum Jahre 2000 auf das Niveau von 1990 zurückgeführt werden müssen – ein Ziel das nie erreicht wurde.
1995
Das IPCC schlussfolgert zum ersten Mal, dass die Menschen für die globale Erwärmung verantwortlich sind: „Die Beweise belegen einen erkennbaren menschlichen Einfluss auf das globale Klima.“
1997
In Japan wird das Kyoto-Protokoll aufgesetzt. Die Industrieländer einigen sich darauf, bis 2008 ihre Treibhausgasemissionen um fünf Prozent unter das Niveau der 90er Jahre zu bringen. Die USA lehnen das Protokoll ab.
2001 (Januar)
Der IPCC bestätigt, dass es „naheliegend“ – oder zu 66 Prozent wahrscheinlich – ist, dass menschliche Aktivitäten und nicht natürliche Veränderungen die Hauptgründe für den jüngsten Temperaturanstieg sind.
2001 (Juni)
President George W. Bush nimmt zur Kenntnis, dass die US-Wissenschaftsakademie einen Anstieg der Treibhausgase „zum Großteil durch menschliche Aktivitäten“ verzeichnet. Er fügt hinzu: „Der Report erklärt jedoch, dass wir nicht wissen, welche Auswirkungen die natürlichen Fluktuationen des Klimas auf die Erwärmung hatten. Wir wissen nicht, wie sehr sich unser Klima verändern könnte oder zukünftig wird.“
2007
Der IPCC korrigiert seine Zahlen und sagt aus, es sei „höchstwahrscheinlich“ – bis zu 90 Prozent sicher – dass die Menschen für den größten Teil der beobachteten Klimaerwärmung der letzten 50 Jahre verantwortlich sind. Er sagt auch, dass die Erde sich unzweifelhaft erwärmt.
2009
Die G8-Staaten stimmen überein, dass die Industrienationen ihre CO2-Emissionen durchschnittlich um 80 Prozent bis 2050 senken sollen. Die globale Erwärmung soll auf höchstens zwei Grad über vorindustrielles Niveau ansteigen.
Quelle: Reuters