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Schweiz Klimawandel-Profil Teil 1: Schmelzende Winterträume

Wie wird der Klimawandel die Schweiz verändern und wie regieren Bürger, Unternehmen und Politiker auf die Herausforderung? Lesen Sie unser Klimaprofil zur Schweiz.


Schweiz Klimawandel-Profil Teil 1: Schmelzende Winterträume

Ein Arbeiter räumt Schnee am Sankt Gotthard Pass im April 2009 (Foto: Reuters)

 

Steigende Wasserspiegel werden dem Alpenland Schweiz nichts anhaben können, die Gefahr kommt aus den Bergen. Während die Temperatur weltweit in den letzten Jahren um rund 0,8° Celsius gestiegen ist, betrug der Anstieg in der Schweiz seit 1970 rund 1,5° Celsius.

 

Generell erwarten Klimaforscher in der Schweiz deutlich trockenere Sommer und feuchtere Winter. Die Folgen sind gravierend: schmelzende Gletscher, Hochwasser, Bodenerosion und Trockenheit im Sommer.

 

Gletscherschmelze

Kleinere Gletscher werden ganz verschwinden, so die Prognose des UN Klimagremiums IPCC. Größere Gletscher werden bis zur Mitte des 21. Jahrhunderts etwa 30 bis 70 Prozent ihrer Masse verlieren. Eine geschlossene Schneedecke erwarten die Forscher nur noch für wenige Wochen im Jahr. Der Temperaturanstieg wird auch Permafrostböden destabilisieren. In vielen Alpentälern wächst damit die Gefahr von Bergstürzen und Schlammlawinen.

 

Aber auch die flacheren Regionen der Schweiz werden von diesen Veränderungen betroffen sein. Viele wichtige Flüsse wie etwa die Rhone entspringen in Alpengletschern. Schmelzen die Gletscher, steigt in vielen Siedlungen entlang der Flussläufe das Hochwasserrisiko.

 

Für die Sommermonate hingegen sagt das IPCC extrem niedrige Wasserstände voraus. Ist ein Großteil der Gletscher abgeschmolzen, wird die Wassermenge in den Sommermonaten etwa um die Hälfte zurückgehen, so die Prognose des IPCC.

 

Erneuerbare Energie

Der Schweizer Klimaforscher Martin Beniston rechnet damit, dass dieser Rückgang auch die Leistungsfähigkeit der lokalen Wasserkraftwerke beeinträchtigen wird. Rund 60 Prozent des schweizer Strombedarfs wird derzeit in Wasserkraftwerken erzeugt. Ein weiterer Leistungszuwachs ist nur durch Modernisierung bestehender Anlagen und Kleinstkraftwerke möglich.



Neben der traditionellen Wasserkraft haben sich andere erneuerbare Energien bisher kaum etablieren können. Während das Potential für Windenergie recht eingeschränkt ist, sieht Beniston viel Spielraum für Solaranlagen, beispielsweise bei der Warmwasserbereitung. Auch Biomassekraftwerke und Geothermieanlagen könnten in Zukunft noch mehr zum Schweizer Energiemix beitragen.

 

Tourismus

Die berühmten Schweizer Bergalmen werden bei steigenden Temperaturen starke Veränderungen erleben. Stärker noch als der Temperaturanstieg wird sich die geringere Schneedecke auf die Bergfauna und –flora auswirken.

 

Mit den Gletschern wird auch die Baumgrenze mehrere hundert Höhenmeter nach oben wandern. Da immer mehr Almen aus wirtschaftlichen Gründen aufgelassen werden, wird die klassische Schweizer Berglandschaft nur noch in höheren Lagen erhalten bleiben. Die Experten des IPCC halten das alpine Ökosystem gar für einen der am stärksten gefährdeten natürlichen Lebensräume Europas.

 

Das sind schlechte Nachrichten für den Tourismus, der etwas mehr als 6 Prozent des Schweizer Bruttoinlandproduktes (BIP) ausmacht, in Bergregionen wie Graubünden gar 30 Prozent des kantonalen BIP.


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Weniger Schnee bedeutet für viele Bergdörfer eine kürzere Skisaison. Betroffen sind vor allem Wintersportgebiete zwischen 600m und 1400m. Bei einem Grad Celsius Temperaturanstieg verkürzt sich die Skisaison ohne Kunstschnee um vier bis zehn Wochen, so die Prognose des IPCC.

 

Autor: Thilo Kunzemann

Veröffentlicht am: 14. April 2009 

 

Quellen: IPCC Fourth Assessment Report; Schweizerische Eidgenossenschaft; Department für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation

 
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Bericht UN Weltklimarat 2007

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