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EcoTrend Investments: Was passiert nach Kopenhagen?

Kein Vertrag in Kopenhagen! Bozena Jankowska, EcoTrend-Managerin der Allianz Global Investors über die Auswirkungen auf die Umwelttechnologien bedeutet.


EcoTrend Investments: Was passiert nach Kopenhagen?

Bozena Jankowska, Allianz Global Investors

"Alternative Energie ist sicherlich wichtig, aber wir sollten nicht vergessen, dass laut Internationaler Energieagentur die Hälfte der CO2-Emissionen allein durch Energieeffizienz vermieden werden könnte." (Foto: Allianz GI)

 

Sie leiten den Allianz EcoTrend-Fonds, der in Umwelttechnologien investiert. Welchen Einfluss kann das fehlende Ergebnis der Klimakonferenz auf das Geschäft haben?

Sie könnten Einfluss auf einzelne Aktien unserer Produktpalette haben, aber es ist nicht möglich vorherzusagen, ob die Klimaverhandlungen jemals in ein bestimmtes Abkommen münden.  

 

Grundsätzlich kommt Bewegung in die Maßnahmen gegen den Klimawandel. China und Japan haben CO2-Ziele gesetzt und in Australien sind sie im Gespräch. Alle Regierungen richten sich darauf ein, den Klimawandel anzugehen.  

 

Das bedeutet, dass ein niedriges CO2-Niveau zunehmend unterstützt wird und dass Wirtschaftswachstum und CO2-Emissionen voneinander getrennt werden. Bei den Firmen, die industrielle Lösungen anbieten, steigt die Nachfrage nach Energieeffizienz-Maßnahmen. Davon werden natürlich die Wertpapiere profitieren, die auf Produkte im Bereich Energieeffizienz setzten – von der Gebäudeisolierung bis zur stromsparenden Beleuchtung. 

 

Die anderen Gewinner sind eindeutig die Anbieter alternativer Energie. Windkraft und Solartechnik werden profitieren und langfristig auch Firmen, die intelligente Netzlösungen anbieten. 

 

Ihr Fonds ist seit 2006 auf dem Markt. Haben sich die Sparten, in die Sie investieren, seither geändert? Welche Trends gibt es?

Die Bandbreite ist überwiegend gleich geblieben. Unser Ziel ist es, in drei Sektoren zu investieren: Ökostrom, Minderung des Schadstoffausstoßes und sauberes Wasser.

 

Wie haben uns auch mit Angeboten im Bereich Energieeffizienz befasst, mussten aber feststellen, dass die Aktien ziemlich teuer waren. Besonders bei der Solarenergie waren wir sehr vorsichtig, da die Situation für Solarfirmen in den vergangenen 18 Monaten sehr schwierig war.  

 

Warum sind Sie bei der Solarenergie so zurückhaltend?

Auf dem Solarenergiemarkt gibt es Überkapazitäten. Die Hürden für den Einstieg sind sehr niedrig, daher haben chinesische Billighersteller den Markt überflutet. Gleichzeitig wurden durch die Wirtschaftskrise die Budgets knapper. Kapitalintensive Projekte werden nur noch zögerlich gebaut und die Banken geben keine Kredite.  

 

Außerdem scheinen einige Regierungen zu begreifen, dass sich attraktive Einspeisevergütungen langfristig nicht lohnen. Es kostet sie enorm viel Geld, eine sehr kleine Energiemenge zu subventionieren. Die spanische Regierung hat die Menge der installierbaren Solarstrom-Kapazität gedeckelt.  

 

Nachfrage kommt aus Deutschland. Seit 2010 wird für Einspeisungen weniger vergütet – viele versuchten daher noch Verträge über die höhere Vergütung abschließen.  

 

Auf lange Sicht ist Solarstrom eine verlässliche Form alternativer Energie. Aber die Industrie macht gerade stürmische Zeiten durch. Andererseits wird dieser Sturm Druck auf die Preisbildung ausüben. Sollten die Preise weiter fallen, kann Solarstrom schon fast mit konventionell produziertem Strom gleichziehen.



Wenn die Solarenergie unattraktiv ist – welche Wertpapiere zählen zu den Gewinnern?

Windkraft ist die billigste alternative Energie und sie kann dem Bedarf angepasst werden. Weiterhin gibt es noch die Geothermie. Die Investitionskosten sind hoch, aber sobald die Bohrung beendet ist und die Energie fließt, fließt auch das Geld sehr beständig. 

 

Alternative Energie ist sicherlich wichtig, aber wir sollten nicht vergessen, dass laut Internationaler Energieagentur die Hälfte der CO2-Emissionen allein durch Energieeffizienz vermieden werden könnte. Ich denke, dass die Politik in diesem Bereich noch nicht genug unternommen hat. Es hat den Anschein, dass die schwierigen Themen zuerst in Angriff genommen werden und die einfachen Lösungen erst später.  

 

Kritiker behaupten, es sei sinnlos, in Erneuerbare Energien zu investieren, da sie die fossilen Brennstoffe auf Jahrzehnte hinaus nicht ersetzen können. Was sagen Sie dazu?

Es stimmt, dass alternative Energie noch immer einen sehr kleinen Anteil am gesamten Energiemix hat. Aber das ist kein Argument gegen Erneuerbare Energien.  

 

Alternative Energien sollten nicht als Ersatz für Kohle- oder Erdgas-Kraftwerke angesehen werden, sondern als Beitrag zur Vielfalt. Außerdem ist es der am schnellsten wachsende Energiesektor.  

 

Alternative Energie spielt auch bei der dezentralen Energieversorgung eine Rolle: Man kann sich Solarpaneele aufs Dach montieren und seinen eigenen Strom produzieren oder einen Teil davon ins Netz einspeisen.  

 

Brauchen wir eine globale CO2-Steuer?

Ja, natürlich – CO2-Ausstoß und Luftverschmutzung müssen etwas kosten. Mit jeder Tonne CO2, die in die Atmosphäre ausgestoßen wird, wird sie verschmutzt. Dieser Beitrag zum Klimawandel sollte mit Kosten verbunden sein. Wenn es darum geht, einen Preis für CO2-Emissionen festzulegen, setzen die Politiker auf Steuern, die Wirtschaft zieht den freien Markt vor.

 

Vermutlich wird es auf eine Kombination dieser beiden Wege hinauslaufen. Natürlich wäre es das Beste, wenn wir für CO2 einen internationalen Markt – vergleichbar mit dem Finanzmarkt – hätten. Ob der europäische Emissionshandel auch auf internationaler Ebene funktioniert, bleibt abzuwarten.


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Was wäre ein angemessener Preis für eine Tonne CO2?

Etwa 30 bis 40 Euro. Derzeit liegt er bei etwa 13,50 Euro pro Tonne. Das ist ein ziemlicher Preissprung, aber für große Betriebe sind solche Kosten ein Anreiz, in neue Technologien zu investieren, die ihren enormen CO2-Ausstoß reduzieren. Zurzeit können sie es sich nur leisten, die Umwelt zu verschmutzen und die Zertifikate zu zahlen.  

 

Wird der Hackerzwischenfall, durch den E-Mails der Universität von East Anglia öffentlich wurden, Ihre Arbeit beeinflussen? Kritiker behaupten, in den E-Mails würde die Klimaforschung in Misskredit gebracht.

Diese Anschuldigungen werden dem, was die Klimaforschung bereits erarbeitet hat, nicht gerecht. Natürlich sind die Ergebnisse nicht zu 100 Prozent erwiesen, aber es ist besser, eine Versicherungspolice gegen einen möglicherweise katastrophalen Klimawandel zu haben.

 

Maßnahmen in den Bereichen alternative Energien und Energieeffizienz lassen sich nicht über Nacht umsetzen. Es wird Jahrzehnte dauern, also müssen wir sofort handeln.

 

Autor: Thilo Kunzemann

Veröffentlicht am: 14.01.2010

 
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